Tit for Tat

Meine absoluten Lieblingsfilme, die es verstehen mich auch in düsteren Situationen aufzuheitern sind von Laurel und Hardy. Diese beiden haben das Prinzip „Wie du mir, so ich dir“ oder „Tit for Tat“ perfektioniert: Trittst du mir auf die Zehen, hau‘ ich dir vor’s Schienbein. Schmeißt du mir eine Torte ins Gesicht, werfe ich eine größere Torte zurück. Lächelst du mich an, strahle ich zurück.

Das wissenschaftliche „Tit for Tat“ stammt von Anatol Rapoport, einem US-amerikanischen Spieltheoretiker, Mathematiker und Biologen. Er gilt als zentraler Vordenker der Systemwissenschaften und erforschte, wie das Miteinander von Menschen, also von Führungskräften und Mitarbeitern, am besten gestaltet wird. Drei Regeln hat er dazu aufgestellt.

Tit for Tat #1
Starten Sie immer kooperativ

Erwarten Sie nicht bei jeder Begegnung, der Mitarbeiter sei in der Pflicht, sondern bieten Sie Ihre Kooperation aktiv an. Zum Beispiel warten Sie nicht, bis Sie als Erster begrüßt werden (auch wenn es Ihnen als Führungskraft zusteht), sondern sagen Sie einfach Hallo. Oder im übertragenen Sinn: Seien Sie offen, gehen Sie vom guten Willen aller Seiten aus.

Tit for Tat #2
Beantworten Sie eine Kooperation immer mit Kooperation.

Wer Sie unterstützt, den unterstützen Sie ebenfalls (auch wenn die Aufgaben unangenehm sind und jetzt so gar nicht in den Kram passen). Manche Chef-Mitarbeiter-Beziehung scheitert daran, dass wenn der Mitarbeiter einen Fehler gemacht hat, diesen Fehler einsieht und wiedergutmacht, die Führungskraft misstrauisch bleibt und keine Kooperation mehr anbietet. Fehler auf die Seite zu stellen und neu zu starten in der Beziehung ist eine Führungsleistung (übrigens auch eine immense Leistung im Privatleben).

Tit for Tat #3

Beantworten Sie eine Nichtkooperation immer mit Nichtkooperation. Nein, damit ist nicht gemeint, wenn ein Mitarbeiter „Torten wirft“, dass Sie mit einer noch größeren Torte zurückwerfen. Es geht eben gerade nicht um Auge um Auge. Gemeint ist, dass niemand unterstützt wird, wenn er sich danebenbenimmt. Eigentlich logisch, aber in der Praxis gibt es doch einige Menschen, die hoffen, dass sich ein rüpelhafter Mitarbeiter durch die eigene Vorbildfunktion überzeugen lässt, dass er falsch handelt. Anatol Rapoport konnte belegen, dass das nicht stimmt. Wer sich ungestraft danebenbenimmt, oder Regeln im Miteinander missachtet, der lernt nur eines: dass er mit seinem Verhalten durchkommt.

Es lohnt sich für Führungskräfte, diese drei Regeln von den Spieltheoretikern zu lernen, denn sie garantieren ein erfolgreiches Miteinander. Wer Tit for Tat berücksichtigt ist kooperativ und freundlich. Gleichzeitig ist er aber auch wehrhaft, weil er seine Kooperation einstellt, sobald ihm jemand auf der Nase herumtanzen will. Dazu kommt noch die Offenheit, Fehler abzuschließen und zu verzeihen, damit öffnen sich im Miteinander wieder neue Chancen.

Eine Führungskraft, die nach diesen Regeln handelt ist berechenbar, bei der weiß jeder woran er oder sie ist. Das gibt Sicherheit und schafft Klarheit – für Beide, Mitarbeiter und Chefs.

Margit Hertlein

Zurück

Sehen.Hören.Schreiben

Büro 9.00 bis 13.00 Uhr
Telefon: +49 9141 74848
mailto:

Zur Bereitstellung unserer Dienste verwenden wir Cookies. Weiterlesen …