Aufwachen und mitmachen! Teil 2

Interaktiv Präsentieren

Wie Interaktion gelingt

Sechs Faktoren helfen dabei, eine innere Haltung zu entwickeln, die den Aufbau dieser Beziehung erleichtert: 

1. Einladen, nicht erzwingen
Die innere Haltung dazu ist: "Liebes Publikum, ich lade Euch zu etwas ein, das Euch bereichern wird. 
Ich habe etwas Spannendes, Unterhaltsames, Entspannendes oder Informatives für Euch. 
Und, liebe Publikum, Ihr könnt es selbst erleben."
Wer mit dieser Haltung eingeladen wird, wird gern mitmachen. Dazu gehört aber auch, dass der Referent 
oder die Moderatorin es akzeptiert, wenn jemand die Einladung zum Mitmachen ausschlägt. 
Er kann seine Einladung zum Mitmachen wiederholen, zum Beispiel mit einer Geste oder einem Augenzwinkern, 
aber wer nicht mitmachen möchte, möchte nicht. Punkt. Das ist manchmal schwer auszuhalten, sollte aber trotzdem höflich und charmant akzeptiert werden. 

2. Mantras nutzen
Bei einem Mantra wird ein Wort oder ein Satz im Kopf immer und immer und immer wiederholt. So ein Mantra hilft einem Redner, eine gute innere Haltung für alle Gelegenheiten auf der Bühne zu schaffen - etwa, wenn er die Bühne betritt
oder am Anfang an der Bühnenkante sitzt und wartet. Gaston benutzt dazu gerne den inneren Satz "I love you", 
oft auch "Ich liebe Euch". Margit memoriert innerlich "Ich freu mich". 

3. Das innere Kind spielen lassen
Ein inneres Kind haben wir alle in uns, egal wie alt wir sind. Die Frage ist nur, wieviel Raum diese innere Haltung bekommt.
Redner sollten diesen Raum öffnen, in dem sie auf der Bühne einen spielerischen, leichten Umgang mit ihrem Publikum pflegen, voller Kreativität und Faszination. 
Die Erfahrung zeigt: Wenn jemand bereit ist, zu staunen, neugierig zu sein und sich zu begeistern,
dann ist es sein Publikum auch. Begeisterung verkürzt den Weg auf wunderbare Weise. 

4. Mit Status spielen
Hohe Dominanz oder Status wirken souverän und klar, verminderte Dominanz wirkt freundlich. 
Wenn es Rednern gelingt, beide inneren Haltungen abwechselnd miteinander zu verbinden, ist das wunderbar belebend. 

Mal klar, mal freundlich.....

Verminderte Dominanz etwa lässt sich wunderbar mit der inneren Haltung der Einladung kombinieren. 
Weniger dominant erscheint eine Referentin zum Beispiel, wenn sie vor dem Vortrag auf der Bühnenkanten sitzt, mit den Leuten Small Talk betreibt, die Menschen am Eingang lächelnd begrüßt. So sorgt sie für gute Stimmung und macht sich nicht besonders wichtig. Aber trotzdem ist der gesamte Raum ihr Raum. Sie ist die Gastgeberin. 
Dadurch entsteht rasch eine Atmosphäre, die es ihr als Moderatorin ermöglicht, schon mal die Begeisterten und die Mitmacher auf ihre Seite zu ziehen.
Damit distanziertere Teilnehmer Klarheit bekommen, ist aber auch die andere Ausprägung der Dominanz an dieser Stelle sehr wichtig. Die strahlt die Rednerin aus, wenn sie beim Erklären der Regeln ihren Kopf sehr ruhig hält und ihre Stimme klar und zielgerichtet ist.

5. Gedankenblasen lesen
Zuhörern gehen immer eine Menge Gedanken durch den Kopf. Diese zu kennen, kann hilfreich sein.
Es lohnt sich deshalb, sich vor dem Vortrag vom Veranstalter erzählen zu lassen, was das Publikum beschäftigt,
sich in den vorherigen Vorträgen unter die Zuhörenden zu mischen, in der Kaffeepause einige Teilnehmer zu fragen, was sie sich von der Veranstaltung wünschen oder einfach Mäuschen zu spielen.
Dann lässt sich von der Bühne aus das Unausgesprochene benennen, das im Raum ist – egal, ob es eher positiv oder negativ ist. Ein bisschen Übertreibung, ein Augenzwinkern ist dabei hilfreich. So nimmt man als Redner den Kritikern den Wind aus den Segeln und gibt den Menschen, die Lust darauf haben, die Erlaubnis mitzumachen.

6. Spielerische Wettbewerbe ausloben
Viele Menschen motivieren sich durch Wettbewerb, nach dem Motto „Wenn die das schaffen, dann können wir das auch“. Redner können das gezielt nutzen, um alle Publikumstypen, Begeisterte wie Distanzierte, zum Mitmachen zu aktivieren. Etwa, indem sie eine andere Veranstaltung, mit einer grundlegend anderen Zielgruppe erwähnen.

Zum Beispiel: „Also bei der letzten Veranstaltung, da waren nur Führungskräfte (Bäcker, Lehrer, Beamte...).
Und die haben sich hier echt schwergetan. Schauen wir mal, wie es bei Ihnen ist.“ Besser zu sein als die Lehrer, Bäcker oder Führungskräfte fühlt sich gut an. Der gedachte Wettbewerb, der ja nicht wirklich stattfindet, ist ein einfacher Anreiz dafür, ins Tun zu kommen. Das wird wunderbar aufregend.

Margit Hertlein, Gaston Florin

(Aus Trainingaktuell / Oktober 2017, https://www.managerseminare.de/Trainingaktuell)

 

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